Ein E-Liquid-Etikett enthält mehr als Aroma und Markenname. Für erwachsene Verbraucher in Deutschland sind Nikotingehalt, Füllmenge, Inhaltsstoffe, Losnummer und Warnhinweise wichtige Informationen, um das Produkt einzuordnen und mit dem eigenen Gerät abzugleichen.
Dieser Ratgeber ist ausschließlich für Erwachsene bestimmt. Er stellt E-Zigaretten nicht als risikofrei dar und ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
Nikotingehalt in mg/ml verstehen
Die Angabe mg/ml beschreibt Milligramm Nikotin pro Milliliter Flüssigkeit. Ein Liquid mit 10 mg/ml enthält eine andere Konzentration als eines mit 20 mg/ml. Die Zahl ist weder die Geräteleistung noch die gesamte Flüssigkeitsmenge.
Für nikotinhaltige Flüssigkeiten gilt in Deutschland ein Höchstgehalt von 20 mg/ml. Ein höherer Zahlenwert auf einem Produkt, das als normales nikotinhaltiges E-Liquid angeboten wird, ist ein deutlicher Anlass, Herkunft und Einordnung zu prüfen.
Prozentangaben und mg/ml
Manche Verpackungen verwenden Prozentangaben. Eine übliche rechnerische Orientierung lautet: 1 Prozent entspricht ungefähr 10 mg/ml, wenn sich die Prozentangabe auf das Volumen bezieht. Verbraucher sollten sich jedoch auf die eindeutige Pflichtangabe und die Herstellerunterlagen verlassen, statt eine unklare Werbeangabe selbst zu interpretieren.
Mischen Sie keine Produkte, wenn die Konzentration nicht nachvollziehbar ist.
Füllmenge und Gerätekazität unterscheiden
Die Füllmenge steht in Millilitern. Bei nikotinhaltigen Nachfüllbehältern sind in Deutschland höchstens 10 ml vorgesehen. Einweg-E-Zigaretten oder Einwegkartuschen dürfen höchstens 2 ml nikotinhaltige Flüssigkeit enthalten.
Diese Werte beschreiben Flüssigkeit, nicht Akkukapazität. Eine Angabe in mAh bezieht sich auf den Akku und darf nicht mit ml verwechselt werden.
Welche Angaben auf die Verpackung gehören
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nennt unter anderem folgende Informationen:
- Liste aller Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils;
- Nikotingehalt;
- Nikotinabgabe je Dosis;
- Hinweis, dass das Erzeugnis nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen darf;
- Warnhinweis bei nikotinhaltigen Produkten;
- Los- oder Chargenbezug.
Zusätzlich gehört ein Beipackzettel mit Gebrauchs- und Aufbewahrungshinweisen, Gegenanzeigen, Risikohinweisen und Kontaktdaten zum Produkt.
Warum die Losnummer wichtig ist
Die Losnummer verbindet die einzelne Verpackung mit einer Produktionscharge. Sie ist relevant, wenn ein Hersteller Informationen aktualisiert, eine Reklamation bearbeitet oder eine Charge zurückruft.
Kaufen Sie kein Produkt, bei dem die Losnummer entfernt, überklebt oder unlesbar gemacht wurde. Bewahren Sie bei Problemen Verpackung und Kaufbeleg auf.
Inhaltsstoffe und Aromen
Die Zutatenliste muss mehr Transparenz bieten als eine Geschmacksbezeichnung. „Mango“ oder „Minze“ beschreibt ein Aroma, aber nicht automatisch die vollständige Zusammensetzung.
Deutsches Recht verbietet zudem bestimmte Inhaltsstoffe. Dazu gehören Stoffe, die einen gesundheitlichen Nutzen oder ein geringeres Risiko suggerieren können, sowie Koffein, Taurin und weitere mit Energie oder Vitalität verbundene Zusätze.
Werbeaussagen wie „gesund“, „vitaminreich“ oder „risikofrei“ sollten nicht als Qualitätsnachweis verstanden werden.
PG/VG und Gerätekompatibilität
Falls die Verpackung ein Verhältnis wie 50/50 oder 70/30 nennt, beschreibt es üblicherweise die Anteile von Propylenglykol und pflanzlichem Glycerin. Eine höhere VG-Menge macht die Flüssigkeit meist zähflüssiger.
Nicht jedes Liquid passt zu jedem Pod oder Verdampfer. Prüfen Sie die Anleitung des exakten Gerätemodells und der eingesetzten Coil. Verwenden Sie keine Leistung außerhalb des angegebenen Bereichs, um eine ungeeignete Flüssigkeit zu kompensieren.
Warnzeichen beim Kauf
- Keine deutschsprachigen Informationen.
- Fehlende oder unlesbare Losnummer.
- Kein Hersteller oder Importeur in der EU erkennbar.
- Beschädigter Verschluss oder ausgelaufene Flüssigkeit.
- Nikotinkonzentration über 20 mg/ml.
- Unklare Inhaltsstoffe oder selbst abgefüllte Flasche.
- Gesundheitsversprechen oder Ansprache von Minderjährigen.
- Produkt und Verpackung tragen unterschiedliche Namen.
Bei Unklarheiten sollte das Produkt nicht verwendet werden, bis Händler oder Hersteller nachvollziehbare Angaben liefern.
Mitteilungspflicht und Etikett sind zwei Prüfungen
E-Zigaretten und Nachfüllbehälter unterliegen einer Mitteilungspflicht über EU-CEG. Ein ordentlich aussehendes Etikett beweist nicht automatisch, dass die Meldung erfolgt ist. Umgekehrt ersetzt eine Meldung nicht die Pflicht zu korrekter Verpackung und Kennzeichnung.
Das BVL erklärt die Anforderungen in seinem Bereich E-Zigaretten und E-Liquids.
Häufige Fragen
Bedeutet 0 mg, dass ein Liquid harmlos ist?
Nein. Nikotinfrei bedeutet nicht risikofrei. Auch nikotinfreie E-Zigaretten und Liquids unterliegen in Deutschland wesentlichen tabakrechtlichen Anforderungen.
Darf ein 50-ml-Liquid Nikotin enthalten?
Für nikotinhaltige Nachfüllbehälter gilt ein maximales Volumen von 10 ml. Größere Flaschen können anders zusammengesetzt oder vermarktet werden; die konkrete Zusammensetzung und rechtliche Einordnung muss anhand der Verpackung geprüft werden.
Was tun bei einer beschädigten Flasche?
Nicht verwenden. Hautkontakt vermeiden, Produkt von Kindern und Haustieren fernhalten und den Händler kontaktieren. Bei einer Exposition medizinischen Rat beziehungsweise die zuständige Giftnotrufstelle einholen.
Weitere Informationen für Erwachsene finden Sie im VapeUwell Blog und in der Altersrichtlinie.
Offizielle Quellen
Stand: 23. August 2026.

